Mauritius-Kirche

Die evangelische Pfarrkirche in Unterbalzheim ist nach dem römischen Offizier und Märtyrer Mauritius benannt, der Ende des dritten  Jahrhunderts sein Leben für den christlichen Glauben gelassen hat.
Er gilt als Schutzpatron des Heeres sowie der messer- und Waffenschmiede und wurde vor Kämpfen um Beistand angerufen.
Im Magdeburger Dom ist der heiliger Mauritius als "Mohr" dargestellt.

Eine Kirche stand an dieser Stelle spätestens seit dem 12. Jahrhundert. Bei der Innenrenovierung 1982 wurden die Grundmauern dieser romanischen Vorgängerkirche freigelegt und vom Ulmer Architekten Folker Mayer aufgemssen uns skizziert. Dieses Gotteshaus war nur etwa ein Drittel so groß wie die heutige Mauritiuskirche.

Auszug aus dem Buch "Kirchen in Balzheim".

Glocken der Mauritius-Kirche zu Unterbalzheim

 

 

Das Vierer-Geläute der Mauritius-Kirche besteht aus:

  • Glocke 1 - Taufglocke, 140 kg, um 1300 gegossen,
  • Glocke 2 - Zeichenglocke, 210 kg, um 1300 gegossen,
  • Glocke 3 - Kreuzglocke, 310 Kg, 1958 gegossen,
  • Glocke 4 - Betglocke, 483 kg, 1486 gegossen.


Die Inschrift der Betglocke: "AVE MARIA GRACIA PLENA DOMINVS TECVM - ANNO DOMINI MCCCCLXXXVI" - Sei gegrüßt, Maria, Du Begnadete! Der HERR ist mit Dir! Im Jahre des HERRN 1486

Auf der Südseite neben dem Haupteingang befindet sich eine gußeiserne Gedenkplatte des Vogtes und Rentamtmann Adam Heinrich Ludwig Fetzer, die im Jahre 1817 erstellt wurde.

Sie haben die Kirche von Westen betreten, auf der rechten Seite ist die Kanzel zu sehen, das Werk Ulmer Bildschnitzer. Der Schalldeckel ist in Form einer Krone über die Kanzel gesetzt.

Der Prediger betritt die Kanzel durch einen evangelischen Beichtstuhl.

Blick vom Chorraum zum Altarraum

Chorraum mit Blick auf den Altarraum

Links neben dem Chorbogen, der Kanzel gegenüber, sieht man ein kleines gerahmtes Epitaph, das dem Vogt Gregori Renhart gewidmet wurde, der am 13. Mai 1585 starb.

Der Blick richtet sich nun auf den Chor mit dem Altar und dem Altargemälde aus dem Jahre 1683.

Johann Heiß aus Memmingen hat das Altarbild geschaffen und lädt mit seiner Darstellung der Feier des Heiligen Abendmahls in zeitgenössiger Umgebung jede Generation ein, sich an die Heilstat Gottes zu erinnern.

Der Taufstein aus dem Jahre 1490 in der Mitte des Chorraumes ist eine Stiftung des Patrizier Walter Ehinger.

Im Stil von Jörg Syrlin stellt er eine spätgotische Ausführung mit Übereckstellungen und Stabwerkdurchdringung dar.

Dass er in der Mitte, hinter der ersten Stufe zum Chorraum steht, mag auch den evangelischen Gottesdienstbesucher an Stationen auf seinem Christenweg erinnern:
1. "Stufe" : Taufe
2. "Stufe" : Konfirmation
3. "Stufe" : Abendmahl/Eucharistie

Der mit dem Leben beschenkte Mensch gibt Leben weiter.

In einer Nische, rechts unter der Kanzel, ist ein "Lebensbaum" abgebildet, der aus dem Mund einer Person erwächst. Das Symbol des Baumes, als Verkörperung des göttlichen Geistes, gehört zu den ältesten und verbreitesten Sinnbildern aller Kulturen.

 

 

Der Blick zurück nach Westen zeigt die Empore mit Orgel.

 

Die Orgel wurde 1898 von LINK erbaut und im Jahre 1982 restauriert.

Blick von der Empore Richtung Orgel