Dreifaltigkeits-Kirche

Der Ulmer Historiker Albrecht Rieber nannte einst die Oberbalzheimer Dreifaltigkeitskirche "ein hervorragendes Zeignis der Renaissance-Kunst", das bisher kunstgeschichtlich in seiner Qualität noch nicht genügend beachtet worden sei ("Balzheim 1986", S. 294).
Tatsächlich präsentiert sich die Kirche in einer stilistischen Einheit, auf die bis zur Gegenwart großer Wert gelegt worden ist.

Sie ist im Jahre 1608 als erste evangelische Dorfkirche in Oberschwaben erbaut worden, worüber bis heute leiderkeinerlei schriftliche Zeugnisse gefunden worden sind.
So sind werder der Baumeister noch der Maler der Alterbilder bekannt. Albrecht Rieber fand dies nicht ungewöhnlich.

Auszug aus dem Buch "Kirchen in Balzheim".

Glocken der Dreifaltigkeits-Kirche in Oberbalzheim

Das Fünfer-Geläute der Dreifaltigkeits-Kirche zu Oberbalzheim besteht aus:

  • Taufglocke mit dem Ton d" und einem Gewicht von 180 Kg aus dem Jahre 1950.
  • Zeichenglocke mit dem Ton c" und einem Gewicht von 270 Kg aus dem Jahr 1950.
  • Kreuzglocke mit dem Ton a' und einem Gewicht von 500 kg aus dem Jahr 1608.
  • Orate Glocke mit dem Ton fis' und einem Gewicht von 790 Kg aus dem Jahr 1998.
    Die Inschrift der Glocke lautet: HALLELUJA! SINGET DEM HERRN EIN NEUES LIED. (Psalm 149)
  • Die große Stimme mit dem Ton dis' und einem Gewicht von 1250 Kg aus dem Jahr 1998.
    Die Inschrift dieser Glocke lautet: UND ICH HÖRTE EINE GROSSE STIMME. (Joh.Offenbarung 21,3)

 

Wir haben die Kirche durch das Portal auf der Nordseite betreten.

Auffallend ist die hölzerne Kassettendecke, ein Mittelgang trennt das Kirchenschiff und gibt den Blick auf den Chorraum mit dem hohen Altar und den vorn stehenden Taufstein frei.

An der Nordeite zwischen Empore und Kanzel befindet sich eine reich verzierte Gedenktafel des Servatius Ehinger mit der Inschrift:

Zu Ehrn hayliger Dreyfaltigkait
ist die Kirch gebaut und prait
Im Jahr Sechzehnhundert Acht
Gotts Wort allezeit wolbetracht
Und laß dir solches sehr lieb sein
Vorab Gott selb und nechsten dein
Denen auch zdienen schuldig bist
wilt anderst sein ain rechter Christ
Sonderlich thue guts den Armen
So wirt sich Gott auch dein erbarmen
Und dirs vergelten vilfelttlig
allhie zeitlich und dort ewig
Wellest auch dein Gaab einlegen
in den Almußstockh zugegen
sambt diser Tafel darneben
Gott geb uns allen Ewigs leben.

Auf der linken Seite vor dem Chorbogen die Kanzel, getragen von einer dorischen Säule.

 

 

 

Direkt im Chorbogen stehend der Taufstein mit Ornamenten und Engelsköpfen verziert.

 

 

Vor uns der Altar, in dessen mittleren Bild der Gekreuzigte vor einem gemalten Bild dargestellt wird. Seitlich kniet betend die Stifterfamilie.

Im Chorraum links und rechts schließt das Chorgestühl den Raum ab.

Mit Blick auf die Westseite des Kirchenschiffes sind Empore und Orgel zu erkennen.