23.11.19

Kirchliche Tage in Balzheim

Drei Tage war Pfarrer Friedhelm Hans aus Landau in der Pfalz in Balzheim, hielt im Rahmen der Kirchlichen Tage zwei Vorträge über „Aufbrüche im Namen des Evangeliums“ und die Predigt am Buß- und Bettag.
Nachdem Pfarrer Hans am Montag das Thema „Aufbruch“ aus dem Alten und Neuen Testament, namentlich vom Auszug Abrahams und der Mission des Apostels Paulus, hergeleitet hatte, ging er am Dienstag auf die historischen Beispiele des 15. bis 18. Jahrhunderts ein, z.B. die Böhmischen Brüder, Waldenser, Hugenotten und die Exulanten aus Kärnten, der Steiermark, Osttirol und Salzburg. An Hand von Originaldokumenten zeigte Hans auf, welchen Repressalien die evangelischen Christen von ihren Landesherren ausgesetzt waren. Der Referent beschrieb an markanten Beispielen den Auszug und die Ansiedlung der Glaubensflüchtlinge in ihrer neuen Heimat, so in der Pfalz, in Württemberg und in Preußen. Neue Städte seien gegründet worden, so Friedhelm Hans, etwa Freudenstadt, Neu-Isenburg, Karlshafen und Glücksstadt. Am Beispiel Frankenthals in der Pfalz wies er nach, dass mit den Glaubensflüchtlingen der wirtschaftliche Aufschwung kam. Das gemeinsame religiöse Bekenntnis und der unbedingte Wille, dies zu bewahren, unterscheide sie von anderen Migranten. Der Posaunenchor aus Wain und der Sinninger Kirchenchor umrahmten die beiden Abende.
„Der Buß- und Bettag ist am Verdampfen“, stellte Pfarrer Hans zu Beginn seiner Predigt am Mittwochabend schonungslos fest, um dann auf die Bedeutung der Buße einzugehen, Bezug nehmend auf die erste von 95 Thesen Martin Luthers: „Buße bedeutet nicht Selbstgeißelung, sondern Umorientierung, besser werden im Sinne des Evangeliums“, so der Geistliche aus Landau. Gleichzeitig rief er die Gottesdienstbesucher dazu auf, mehr „evangelisches Profil“ zu zeigen: „Wer seinen Standpunkt nicht vertritt, hat vielleicht gar keinen.“ Die Kirchenchöre aus Schwendi und Balzheim verschönerten den Gottesdienst mit passenden Chorälen.
hk