Kirchliche Tage im Jubiläumsjahr


 
 
"Die Kirche in biblischer, historischer, musikalischer und architektonischer Sicht"
 
Mit Liedern aus der Zeit um 1608 haben die Kirchlichen Tage im Jubiläumsjahr der Oberbalzheimer Dreifaltigkeitskirche am Sonntag, den 16.11.08, ihren Abschluss gefunden.
 
Insgesamt sechs Vorträge beleuchteten im Hans-Ehinger-Haus das Thema "Kirche aus biblischer, historischer und architektonischer Sicht".
Die Veranstaltungen der Evangelischen Kirchengemeinde Balzheim waren recht gut besucht.


Theresia Lang am Klavier

Theresia Lang am Klavier

Am späten Sonntagnachmittag erwartete etwa 50 Besucher ein musikalischer Hochgenuss: Die Kirchberger Sopranistin Monika Härle sang einen Zyklus von bekannten Kirchenliedern aus der Erbauungszeit der Dreifaltigkeitskirche, darunter vier wunderbare Weisen aus 'Heinrich Schütz' "Kleinen geistlichen Konzerten", berühmte Choräle wie "Erstanden ist der heilig Christ" von Hans Leo Hassler, "In dulci jubilo" von Michael Prätorius und natürlich zwei viel gesungene Perlen des Kirchenlieds dieser Zeit: "Wie schön leuchtet der Morgenstern" und "Wachet auf ruft uns die Stimme" des im Jahre 1608 gestorbenen Pfarrers Nicolai.
Der wohltönende Sopran Monika Härles erfüllte ganz den Saal des Hans-Ehinger-Hauses und zog die begeisterten Zuhörer ganz in seinen Bann.
Ihre Schwester Theresia Lang begleitete Monika Härle kongenial auf dem Klavier.


Pfarrer Harald W. Losch

Pfarrer Harald W. Losch


Sehr einfühlsam nahm Pfarrer Harald W. Losch das Publikum mit in die Zeit des anbrechenden 16. Jahrhunderts und machte sie anhand ausgewählter Beispiele mit der bunten Vielfalt des geistlichen Liedguts und der Erbauungsliteratur der sogenannten "Lutherischen Orthodoxie" vertraut.
 
Harald Kächler vergegenwärtigte die weltpolitische Situation dieser Zeit und bettete darin die Zustände in Deutschland und im unteren Illertal ein.

Harald Kächler

Harald Kächler



 
 
Im Zentrum der Kirchlichen Tage stand die dreiteilige Vortragsreihe von Professor Dr. Ernst Koch aus Leipzig über das Wesen der Kirche:
 
Die Kirche als Haus Gottes,
als Gemeinschaft der Heiligen und
als Ort des Gottesdienstes.
 
In sicherer und klarer Diktion und wohltuender Kürze vermittelte der Kirchenhistoriker und Theologe Koch Grundbegriffe des Glaubens.
Er lernte seine Zuhörer, genau hinzuhören und auf jedes Wort zu achten.
Wer ist sich schon darüber im Klaren, was es alles bedeuten kann, wenn  jemand sagt: "Ich gehe in die Kirche" - eben in das Haus Gottes, in die Gemeinschaft der Heiligen (Gläubigen) und in den Gottesdienst.
Seine sehr nachdenkenswerten Vorträge wurden musikalisch umrahmt vom Gesangverein Balzheim, dem Balzheimer Kirchenchor und Posaunenchor.

Professor Dr. Ernst Koch

Professor Dr. Ernst Koch



 
 
Beginnend mit der ersten Hauskirche der frühchristlichen Zeit, weiterführend über die klassische Basilika, die Romantik, Gotik, Renaissance, usw. und endend den modernsten Kirchenbauten führte zum Auftakt der Kirchlichen Tage der Stuttgarter Kirchenrat Reinhard Lambert Auer seine Zuhörer in einem Parforce-Ritt durch die Baustile und ihre Eigenheiten.
Ein besonderen Schwerpunkt legte Auer dabei auf die von der Reformation bedingten Änderungen im Kirchenbau im Bereich der evangelischen Kirchen.
Dazu hatte Auer jede Menge bildliches Anschauungsmaterial parat.
 
 

Kirchenrat Reinhard Lambert Auer

Kirchenrat Reinhard Lambert Auer

 
 
 
 
 
Text: Harald Kächler
Bilder: Jürgen Kuhnt